Albert Einstein - Moderne Physik und christlicher Glaube


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Abgeschickt von guido karrasch am 10 Dezember, 2006 um 16:07:14

Ihre Gedanken, sehr geehrter Herr Professor, habe ich mit Interesse gelesen.
Mit ihrer Aussage, daß Gott jenseits von Raum und Zeit existiert, gehe mit Ihnen konform. Aber: Was hat das mit christlichem Glauben zu tun?
Ich bin weder Physiker noch Religionsanhänger. Ich bin nur ein Mensch, der sich, wie viele andere, über den Sinn des Lebens und der zuweilen traurig stimmenden Tatsache der Endlichkeit Gedanken macht.
Was mich an Ihrem Beitrag stört ist, daß Sie irgendwie versuchen, diesem vom menschlichen Geist erfundenen oder entdeckten Gott(je nach Sichtweise), zu personifizieren, so wie es auch die meisten Religionen tun.
Ich möchte behaupten: der Mensch braucht Gott. (wobei erstmal zu definieren wäre, was mit diesem Begriff gemeint ist). Und je mehr ein Mensch Gott braucht, um so mehr Argumente wird er für Gott finden und je intelligneter ein Mensch ist, um so komplizierter sind oftmals die Argumente.
Warum können wir uns nicht einfach damit begnügen, daß wohl irgendein für unser Verständnis nicht nachvollziehbarer Prozeß zum Zeitpunkt 0 zum jetzigen Ergebnis geführt hat. Gott ist der Prozeß oder der Prozeß ist Gott. Je abstrakter wir das sehen, um so weniger neigen wir dazu, unsere Gefühle, die natürlich einen personifizierbaren Gott bevorzugen, in unsere Überlegungen mit einzubeziehen.
Wenn ich die Aussagen der verschiedenen Religionsvertretungen auf unserem Planeten höre und lese, die natürlich jede für sich den Anspruch auf Richtigkeit erhebt, dann muß ich mich schon fragen, ob der menschliche Photoneninterpreter (ich meine unser Gehirn) mit seiner extremen Komplexität nicht ein wenig aus den Fugen geraten ist.
Aber nicht, daß hier der Eindruck entsteht, ich hätte mich niemals mit religiösen Themen beschäftigt. Habe ich und ich muß bestätigen, daß genau das passiert ist, was mir prohezeit wurde. Du mußt auf Gott zugehen, dann wirst du ihm begegnen, du mußt ihn suchen, dann wirst du ihn finden. Je mehr ich mich auf Gott (Gott war in meinem Fall, das Ergebnis der Auswertung meines Gehirns des eingelesenen Infomaterials) Ich war seinerzeit, gerade 19 Jahre alt, fast soweit, ins Kloster gehen zu wollen.

Später habe ich mich viel mit "Ufologie" beschäftigt. Und, ob sie es glauben oder nicht, ich war eine Zeitlang fest davon überzeugt, daß es Ufos gibt. Je stärker ich mich damit beschäftigt habe, um so stärker war meine Überzeugung.
Bei allem, was das menschliche Gehirn konstruiert, ist ein gehöriges Maß an Wunschdenken dabei. Was nicht heißen soll, daß damit religiöse Aussagen falsch sein müssen. Ich halte die Möglichkeit, daß es Gott gibt, für genauso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich.
Ich glaube, daß die Physik uns hier nicht helfen kann. Vielmehr könnte uns die Gehirnforschung irgendwann hier weiterbringen. Bewußtsein ist für mich ein Phänomen, daß mit zunehmender Komplexität von Datenstrukturen entsteht. Wo Bewußtsein ist, ist auch der Wunsch nach Gott. Ich könnte mir vorstellen, daß mit zunehmender Informationsverarbeitungs-komplexität eines Tages auch in unseren Computern wo etwas wie Bewußtsein entsteht. Und damit vielleicht in ihnen auch die Frage nach Gott.



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